Altersgerechtes und
gemeinschaftliches Wohnen


KIWAdigital


Die Beratung zu Wohn- und Pflegeformen im Alter (wie z.B. Wohn-Pflege-Gemeinschaften) zählt schwerpunktmäßig zum Auftrag der KIWA.

Das Projekt KIWAdigital 2019 ist vom Land Schleswig-Holstein gefördert und hat zum Ziel, diese Unterstützungs- und Beratungsaufgaben im Kontext sozialraumorientierter Pflegeangebote um niedrigschwellige, digitale Inhalte und Medien zu ergänzen.

Im Rahmen von KIWAdigital werden neben der virtuellen Wohn-Pflege-Gemeinschaft ein regelmäßiger Expertenchat sowie eine videogestützte Beratung angeboten. Damit soll ein umfassenderer, ressourcensparender und damit zeitgemäßer Zugang zu Informationen, Beratung und Betreuung angeboten werden.

Mittels der Digitalisierung der Qualitätsempfehlungen und Planungshilfen für ambulante Wohn-Pflege-Gemeinschaften in Schleswig-Holstein sollen Informationen ortsunabhängig verfügbar sein. Zielgruppe dieses innovativen Beratungsangebotes sind Bürger*innen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände und die Wohnungswirtschaft, die sich für das Thema mit oder ohne konkreten Planungshintergrund interessieren.

Die Realisierung des Projekts erfolgte mit der Planung, Visualisierung und Bereitstellung einer online abrufbaren, virtuellen Muster-Wohn/Pflegegemeinschaft auf Grundlage der analogen Qualitäts- und Planungshilfen von KIWA. Das virtuelle Modell soll die vielfältigen Möglichkeiten bei der Ausgestaltung einer solchen WG anschaulich visualisieren und ebenso die für Planung, Konzept und Betrieb erforderlichen und notwendigen Bedingungen, Vorgaben in den Kontext stellen.



Was sind die Kernthemen einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft


Gemeinschaftliches Wohnen


Zentral ist das gemeinschaftlich, selbstbestimmte Wohnen im eigenen Wohnraum und die gemeinschaftlich organisierte, pflegerische Unterstützung, Begleitung und Versorgung, die wie selbstverständlich in den Alltag integriert ist. Dafür bedarf es der unterschiedlichen Akteure, die gut miteinander kommunizieren und sich die Verantwortung teilen.

Vermieter*in, Mieter*innen und ihre Familien, Dienstleister*innen und Nachbarn bilden eine Gemeinschaft mit den jeweiligen Rollen.

Eine Wohn-Pflege-Gemeinschaft soll Menschen mit Unterstützungsbedarf ermöglichen, Zuhause oder zumindest im vertrauten Umfeld wohnen bleiben zu können. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an:

    • Menschen mit Unterstützungsbedarf oder Pflegebedarf
    • Menschen mit Demenz
    • Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung
    • Menschen mit chronischen Erkrankungen
    • Alleinlebende ohne soziales Netzwerk

Voraussetzungen für die Planung, Realisierung und die spätere Akzeptanz sind eine barrierefreie oder zumindest barrierearme Ausstattung der Wohnung oder die Möglichkeit diese entsprechend nachzurüsten.


Soziale Einbindung


  • Das Wohnumfeld und die städtebauliche Einbindung sowie eine gute Versorgungsinfrastruktur sind wichtige Voraussetzungen dafür, am sozialen Leben teilzunehmen. Dort, wo neue Wohn-Pflege-Gemeinschaften entwickelt werden, gilt deshalb der Grundsatz:

    Das gemeinschaftliche Leben muss mittendrin im Gemeinwesen realisiert werden.

  • Unter dem Gesichtspunkt der sozialen Integration sind mehr als zwei ambulant betreute Wohn-Pflege-Gemeinschaften unter einem Dach oder in einem Quartier nicht ideal.
  • Fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgungsangebote oder Freizeitangebote sowie nahe gelegene Bushaltestellen fördern die individuelle Mobilität und soziale Teilhabe. Der Wochenmarkt, die Kirche, der Park oder das Eiscafé in erreichbarer Nähe sind ebenso wichtige Anlaufpunkte, um das Leben so selbstbestimmt und alltäglich wie möglich zu gestalten.


Interaktiver Rundgang

Interaktives 3D Wohnungsmodell


  • Das dargestellte virtuelle Wohnkonzept geht von einem eingeschossigen Neubau mit Flachdach aus. Die Wohn-Pflege-Gemeinschaft ist für 12 Mieter*innen ausgelegt. Die Gesamtwohnfläche unterteilt sich in etwa zu gleichen Teilen in Gemeinschaftsflächen und Individualräume. Hinzu kommt ein Außenbereich mit Terrasse und Garten.

  • Das interaktive 3D-Modell dieser WG ist vollständig begehbar, es enthält eine durchgängige Navigation inklusive eines automatischen Wegeleitsystems durch die Wohnung. In zentralen Bereichen sind vertiefende Informationen zu weiteren Qualitätsindikatoren als Hotspots bereitgestellt. Grundriss anzeigen
  • Bewegen Sie sich ohne Einschränkungen durch eine virtuelle, altersgerechte Wohn- Pflegegemeinschaft. Erkunden Sie die Gemeinschaftsflächen und Wohnräume mit individueller Einrichtung.

  • Wir bieten Ihnen zwei alternative Möglichkeiten zur Besichtigung: der interaktive Rundgang und eine Panoramatour. Die Navigation erfolgt mit der Maus und/oder den Pfeiltasten auf der Tastatur.
    Auf dem Smartphone navigieren Sie einfach per Touchgesten.

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Panorama Tour

Interaktives 3D Panorama


Sehen Sie sich in unserer virtuellen Wohngemeinschaft um und entdecken Sie die vielfältigen Aspekte, die bei der Einrichtung eine Rolle spielen. Sie können bei dieser Panoramatour einfach von Raum zu Raum springen, indem Sie auf die Sprungmarken oder die eingeblendeten Pfeile klicken.

Die Panoramatour ist auch mit Ihrem Smartphone und einer VR-Brille zu erleben. Installieren Sie die Cardbox-App auf Ihrem Smartphone (QR-Code auf der Brille) und rufen dann die Panoramatour mittels QR-Code in den Navigationstipps auf.

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Wohnflächen:


Die individuelle Wohnfläche beträgt ca. 25 qm pro Mieter*in, inklusive Bad. Der Aspekt der „Angemessenheit“ (Miethöhe, verfügbarer Platz usw.) ist bei der Festlegung der individuellen Wohnfläche zu berücksichtigen.

Die Gemeinschaftsflächen sollten ca. 15-25 qm pro Mieter*in betragen:

    • möglichst großzügige Wohnküche
    • Aufenthaltsraum und Essbereich
    • Wohnzimmer separat
    • Flure, Diele, Eingangsbereich, Garderobe,Gäste-WC
    • Hauswirtschafts- und Abstellräume in der Wohnung
    • Balkone, Terrassen und Freiflächen außerhalb

Bei Mieter*innen mit Demenz sind eher die Gemeinschaftsflächen zu erhöhen, da sich ihr Alltag vorwiegend dort abspielt.

Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis von Individualräumen und Gemeinschaftsflächen. Deren Gestaltung und Einrichtung ist für eine wohnliche Atmosphäre wichtig. Gemeinschaft und Geborgenheit, Privatheit und Rückzug sind gleichermaßen zu bedenken, sie fördern ein subjektives Wohlbefinden.

Wohnen in der Wohn-Pflege-Gemeinschaft ist privates Wohnen, daher sind keine Behandlungszimmer und Diensträume zu planen.


Generelle Anforderungen




  • Bauliche Aspekte

  • Elektroinstallation (bauseitig zu planen):
    • Richtlinien zur Elektroinstallation >> bestehende VDE Standards als Mindestanforderung berücksichtigen

  • Sicherheit (bauseitig zu planen):
    • Bewegungsmelder Eingangstür
    • Weitwinkelspion
    • optional: Gegensprechanlage mit Videokamera
    • optional: abschließbare Fenstergriffe
    • Gelände- und Gebäudesicherung

  • Heizung (bauseitig zu planen):
    • Fußbodenheizung als Ideallösung
    • selbst zu regulierende Heizung im Bad
    • höhere Wohlfühltemparatur bei älteren Menschen

  • Brandschutz (bauseitig zu planen):
    • Brandschutzkonzept
    • Brandschutzmelder

  • Beleuchtung (bauseitig zu planen):
    • blend- und schattenfreie Allgemeinbeleuchtung
    • dimmbare LED Beleuchtung sparen Energie, Geld
    • Farbtemperatur einstellbar bzw. mit der Tageszeit synchronisiert und automatisch angepasst
    • Lichtführung und Lichtinseln baulich berücksichtigen
    • dezentrale Beleuchtung durch Wand-, Steh-, Tischlampen
    • Wandauslässe vorsehen

  • Fenster (bauseitig zu planen):
    • Fenster so gestalten, dass eine Aussicht auch im Sitzen oder gar im Liegen möglich ist
    • möglichst viel Tageslichtbeleuchtung
    • Terrassen- oder Balkontüren in den Gemeinschaftsräumen

  • Türen (bauseitig zu planen):
    • individuell erkennbare Zimmertüren
    • Farbe, vertraute Symbolen, Bildern, Text unterstützten das Wiedererkennen
    • Schiebetüren erkennen und bedienen kann ein Problem für Menschen mit Demenz sein
  • Boden, Wände, Decke

    • Boden dunkler und Decke heller als die Wände
    • Matte Oberflächen mit geringer Lichtreflexion und geringem Glanzgrad (z.B. Holzoptik)
    • geeigneter Fußboden für Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen
    • schallabsorbierender Fußboden
    • Keine Türschwellen, Höhenabsätze und Stolperfallen (Kabel)
    • keine auffallenden Muster oder reflektierende Strukturen
    • keine großen Muster für Mieter*innen mit einer Demenz
    • strapazierfähige, rutschfeste und leicht zu reinigende Bodenbeläge
  • Farbgestaltung

    • Farbleitsysteme helfen besonders Menschen mit Orientierungsdefiziten, selbstständig den Weg durch die Wohnung oder des Hauses zu finden. Auch die unterschiedliche Gestaltung von Türen durch Farben, Symbole und andere Erkennungsmerkmale erleichtert es, sich in der Wohn-Pflege-Gemeinschaft zurechtzufinden.
    • klare und gesättigte Farben; Pastelltöne sind schwerer zu unterscheiden und eher nicht geeignet
    • Kontraste in der Raumgestaltung und bei Hilfsmitteln (z.B. Geschirr) helfen bei der Orientierung
    • möglichst keine Muster an den Wänden
    • Wandfarben im großflächigen Einsatz können räumliche Zuordnungen unterstreichen und eine Wiedererkennung von Räumen und Zonen bewirken

Gemeinschaftsräume


Hauseingang und Diele

    • überdachte Eingangszone als Wetterschutz und zur Reduzierung von Beleuchtungsübergängen zwischen Innen- und Außenbereichen
    • Sitzgelegenheiten vor der Haustür
    • Bewegungsraum vor der Haustür
    • barrierefreier Eingang ohne Stufe/Treppe
    • Diele mit ausreichend Bewegungsraum, Garderoben, Sitzgelegenheiten und Abstellflächen für Mobilitätshilfen für mehrere Personen
    • barrierefreie Unisex-Toilette in Eingangsnähe

  • Haustür
    • breite Eingangstür, zweiflügelig mit Glaseinsatz (mattiert) für Tageslicht
    • Lichtschalter direkt neben der Tür, möglichst mit Wechselschalter
    • Lichtschalter mit ausreichendem Kontrast zur Wand oder beleuchtete Lichtschalter in Kombination mit einem Bewegungsmelder
  • Fußboden
    • Sauberlaufmatte im Innenbereich mit geringem Leuchtdichtekontrast zum Bodenbelag, ohne Stolperkante bündig im Boden
  • Garderobe
    • Tagesgarderobe der Mieter*innen, sowie Garderobe für Gäste
    • Platz für Schuhe unter der Bank
  • Garderobenschrank
    • Garderobenschrank, Stauraum für Mieter*innen
    • im Raum eingepasste Einbaulösungen
    • milchige Glastüren zeigen dezent das Innere
  • Licht
    • Oberlichter lassen zuätzliches Licht aus dem hellem Wohnbereich herein
    • LED Panels mit steuerbarer Lichtfarbe und Helligkeit
    • höhere Beleuchtungsstärken im Eingangsbereich
    • sensorgesteuerte, variable Beleuchtung als Option
  • Pinnwand
    • für Mitteilungen und Informationen
  • Schietwetter
    • Abstellmöglichkeit für Schirme neben der Tür

Flure

    • kurze, geradlinige und übersichtliche Flure ohne Richtungswechsel mit sichtbaren Endpunkten
    • Gestaltung der Endpunkte als Verweil- und „Umlenkstellen“ mit Beschäftigungsanregungen
    • Orientierung durch:
      • unterschiedliche Gestaltung der Flure z.B. Farbgestaltung, Bilder
      • gezielte Lichtführung und Lichtinseln
      • akustische Reize, z.B. Geschirrklappern, Brunnenplätschern
      • olfaktorische Reize, z.B. Kaffeeduft am Morgen, Essensduft vom Herd

  • Beleuchtung
    • Beleuchtung durch LED Panels:
    • blend- und schattenfreie Allgemeinbeleuchtung
    • ausreichende Beleuchtungsstärke - Tag / Nacht
    • biodynamisches Licht, variable Lichtfarbe (Option)
    • Oberlichtfenster für viel Tageslicht
  • Wände, Decke, Fußboden
    • Decke heller als die Wände
    • Wände heller als die Böden, möglichst ohne Muster
    • Farben bieten Orientierung
    • matte Oberflächen, um Reflexionen und Irritation durch Spiegelungen zu vermeiden
    • geeigneter Fußboden für die Benutzung durch Rollstühle, Rollatoren und Gehhilfen
    • schallabsorbierender Fußboden
    • keine Schwellen und Stolperfallen
  • Türen
    • Zimmerschilder oder visuelle Kennzeichnungen auf Augenhöhe auf der Wand neben der Tür (Türklinkenseite))
    • Magnetfolien als Schilder und teilmagnetische Wandbereiche (unter der Tapete an der Wand) für unsichtbare aber professionelle Befestigung
  • Verweilplätze
  • Flure wohnlich machen mit :
    • wohnliche Gestaltung der Flure
    • Flurerweiterungen als Aufenthaltszonen mit Sitzgelegenheiten zur Vorbeugung von „Tunneleffekt“
    • optische Orientierungspunkte durch z.B. Kunst, Bilder, Pflanzen, Möbel
    • Nischen und Raumecken als Rückzugsorte, z.B. Sofas, Sitzecken, Bilder, Pflanzen, extra Lichtkonzepte
  • Flurende
    • Gestaltung der Endpunkte mit Beschäftigungsanregungen z.B. Werkbank
    • Gestaltung der Endpunkte als Verweilplätze mit Sitzecke, Bücherregal, Leseleuchte, Tisch zum Lesen, zum Spielen und für Rückzug und Ruhe
  • Fenster
    • großflächig verglaste Wände müssen deutlich erkennbar sein, z.b. durch Vorhänge, Aufdrucke, Sprossen usw.

Treffpunkt

    • Flurerweiterung als Aufenthaltszonen, Treffpunkte gegenüber der Küche und in Eingangsnähe
    • Kunst, Bilder, Pflanzen zur Auflockerung, Förderung einer wohnlichen Atmosphäre oder als optische Orientierungspunkte
    • integrierte Stauraumlösungen: Ausfachungen in den Wänden und Einbauschränke für die vielen Dinge des Alltags und Dekoration
    • gut sichtbare Schnappschüsse von beispielsweise gemeinsamen Ausflügen, Fotoprojekten des WG-Alltags, usw.
    • Flurerweiterung als Platz für gemeinschaftliches Betrachten und Diskutieren


Küche

    • großer, gemeinschaftlicher Küchenbereich für alle Mieter*innen zur täglichen Essensvor- und zubereitung mit genügend Stauraum für Geschirr, Besteck, Töpfe, Pfannen usw. für Mieter*innen und Gäste
    • freistehender Tresen mit Arbeitsfläche und Sitzgelegenheit für alle zum Mitmachen, gemeinsamen Zubereiten und Kochen für mehrere Personen
    • Klare Zonierung von Arbeits- Ess-. Aufenthaltsbereich
    • uneingeschränkte Rollstuhlnutzung

  • Beleuchtung
    • blend- und schattenfreie Allgemeinbeleuchtung durch Oberlichter mit viel Tageslicht
    • ausreichende Beleuchtungsstärke mit LED Deckenspots und Arbeitsplatzbeleuchtung an den Oberschränken
  • Kücheninsel
    • Arbeitsflächen und Sitzgelegenheiten zum Teil unterfahrbar
    • Arbeitsmöglichkeiten im Sitzen und Stehen, Arbeitsflächen entsprechend abgesenkt oder angehoben
    • Arbeitsrichtung immer in den Raum hinein
    • Durchfahrbreite für Gehhilfen und Rollstühle
  • Tresen
    • Abgrenzung des Küchenbereichs zum Flur
    • Teil der Küche und zugleich auch Begegnungspunkt mit Möglichkeit zur Kommunikation
    • integrierter Stauraum durch Wandausfachungen
    • Arbeitsflächen auf zwei unterschiedlichen Höhen zum Sitzen und Stehen
  • Herd
    • 6-flammiger Induktions-Herd
    • möglichst mit integrierter Abschaltautomatik
  • Küchenschränke
    • großer und für alle zugänglicher Kühlschrank
    • offene Regale für alltägliches Geschirr
    • Küchenschränke mit Glasfronten oder offenen Fächern für häufig benutzte Dinge
    • kontrastreiche Griffe an Schranktüren/Schubladen
    • Glastüren an den Oberschränken zur transparenten Aufbewahrung
    • ausfahrbare Unterschränke ohne Türen
    • Verschließbare Schublade oder Schrank für Gegenstände, die bspw. Menschen mit Demenz gefährden könnten (z.B. Putzmittel)
  • Armaturen
    • Einhebelmischer mit Brauseschlauch und Verbrühschutz (Temperaturoberbegrenzung 38°)

Aufenthaltsraum

    • zentrale und von allen Zimmern gleichgut zu erreichende Lage
    • gemeinschaftlicher Aufenthaltsraum mit multifunktionaler Nutzung, z.B. Kommunikation, Essen, Spielen usw.
    • klare Zonierung und Bereichsbildung innerhalb des Raumes
    • große Essenstafel zum gemeinschaftliches Essen in regulärer und erweiterter Runde
    • Zusätzliche Aufenthaltsbereiche ermöglichen Teilhabe
    • Betreuung in Kleingruppen möglich
    • Rückzug ohne Ausgrenzung

  • Beleuchtung
    • diffuses, blendfreies Tageslicht, von zwei oder mehr Seiten mit Oberlichtern und Deckenspots
    • Lichtstimmung zur jeweiligen Nutzung einstellbar
  • Fenster
    • raumhohe Panoramafensterwand mit Blick und Zugang zur ebenerdigen Terrasse / Garten
    • bodentiefe Vorhänge, zur Stärkung des Sicherheitsbedürfnis und Vermeidung irritierender Spiegelungen
    • aufschiebbare Terrassentüren
    • gute Kennzeichnung bei bodentiefen Verglasungen zur Abgrenzung zwischen Innen- und Außenraum
  • zusätzlicher Sitzbereich
    • Blick auf die ebenerdige Terrasse / Garten
    • gemütlichere Fenstergröße
    • bodentiefe Vorhänge, zur Stärkung des Sicherheitsbedürfnis und Vermeidung irritierender Spiegelungen
    • individuelle Möblierung mit Sesseln und Sofas der Mieter*innen
  • Essen
    • große Essenstafel zum gemeinschaftlichen Essen in regulärer und erweiterter Runde
    • ausgestattet mit vertrauten Möbeln aus der vorherigen Häuslichkeit
    • alternative Platzierung der Tische in kleinen individuellen Gruppen zur Förderung der Kommunikation und gegenseitiger Unterstützung
    • Nutzung der Tische für Aktivitäten wie z.B. Gemüse schnippeln, Basteln, Gesellschaftsspiele
  • Unterhaltung
    (Mietergemeinschaft entscheidet Anschaffung)
    • TV- Anlage
    • Radio, Plattenspieler, CD- Player, DVD-Player
    • Spielekonsole für Bewegungsförderung
    • Stauraum und Anschlüsse von baulicher Seite zu bedenken
  • Musik

    • Musik für alle zum Mitmachen, Zuhören
    • organisiert durch musizierende Mieter oder Angehörige

Wohnraum

    • ohne Essmöglichkeit
    • für Entspannung oder Aktivitäten kleinerer Gruppen
    • Möglichkeit der Betreuung in Kleingruppen und Rückzug ohne Ausgrenzung
    • selbst mitgebrachte Einrichtung: Sofas, Sessel und anderes Mobiliar
    • akzentuierte, verteilte Beleuchtung mit Stehlampen, Pendelleuchte, Spots für gemütliche Stimmung
    • Stauraum durch Wandausfachungen
    • Mietergemeinschaft entscheidet über Fernseher und evtl. Funkkopfhörer


Gäste-WC

    • für Mieter*innen und Gäste im Gemeinschaftsbereich, keine besonderen baulichen Anforderungen
    • keine Dusche notwendig


Wirtschaftsräume

  • Hauswirtschaftsraum:
    • Waschen, Trocknen, Bügeln, Ausgussbecken
    • helle, neutralweiße, LED Beleuchtung
    • Zugang von/nach außen z.B. zum Trockenplatz

  • Vorratsraum - Speisekammer
    • Zugang von der Küche zum Vorratsraum mit Regalen zur Bevorratung und weiteren Kühl- und Gefriermöglichkeiten
    • Außentür für Einkäufe, Lieferungen, Mülltrennung usw.
  • Abstellräume
    • Lagerung von Reinigungsmitteln und -geräten
    • Pflegehilfsmittel und Pflegebedarf
    • Lagerung von Dekomaterialien, Spielen, Decken, Stühlen, usw.

Individualräume


Wohnzimmer

    • Individualräume - Zimmer ca. 25 m² (inkl. Bad)
    • individuelle Einrichtung mit eigenen Möbeln
    • Wandfarbe oder Tapete ist individuell zu gestalten
    • dunkles, mattes Holz als Fußbodenbelag
    • schallabsorbierender und rollstuhlgegeigneter Fußbodenbelag
    • angenehmes Raumklima durch Fußbodenheizung

  • Beleuchtung
    • zentrale Deckenhänger und punktuelles Licht an Wänden, auf Tischen und am Bett zum Lesen
    • Berücksichtigung von entsprechenden Wandauslässen und Steckdosen
    • gut erkennbare, evtl. beleuchtete Lichtschalter am Eingang und am Bett für alle Leuchten
    • angemessene Nachtbeleuchtung in allen Bereichen (Bett, Flur, Bad)
    • Beleuchtung evtl. durch Bewegungsmelder aktiviert
  • Fenster
    • möglichst große Fenster mit hohem Tageslichteinfall
    • Vorhänge verhindern die Spiegelung des Innenraumes und ermöglichen komplette Verdunklung
    • niedrige Brüstung für den Ausblick im Sitzen und Sicht auf Garten oder Straße, um dem Treiben zu folgen
  • Wände
    • warme, matte Wandfarbe oder Tapete, heller als der Boden
  • Fußboden
    • dunkler, matter, glatter Fußbodenbelag
    • schallabsorbierender und rollstuhlgegeigneter Belag
  • Wege, Türen
    • Durchgänge und Abstände mit ausreichend Bewegungs- und Abstellflächen für Mobilitätshilfen
    • keine Schwellen an der Zimmertür
    • Durchgangsbreite mind. 90 cm
    • Zimmertüren sollen sich von anderen Türen durch Symbole, Bilder und/oder Text unterscheiden

Badezimmer

    • Zu jedem Individualzimmer gehört ein eigener Sanitärraum (ca. 5 m²)
    • rutschhemmende Fußbodenfliesen
    • glatte und helle Wandfliesen
    • weiße Sanitärkeramik mit farbigen Einfassungen
    • Platzbedarf für Haltegriffe vorsehen
    • geräuscharme Lüftung
    • min. 90 cm Türbreite
    • nach außen aufgehende Türen oder Schiebetür, jeweils von außen zu entriegeln

  • Beleuchtung
    • energieeffiziente und langlebige LED Panels an der Decke für blend- und schattenfreie Allgemeinbeleuchtung
    • warmes Licht, z.B. 3000 Kelvin
    • zusätzliche Spiegelleuchten
    • Einsatz von Bewegungsmeldern, besonders sinnvoll für nachts
  • Heizung
    • Höhere Raumtemperatur als in anderen Räumen
    • Handtuchtrockner-Heizkörper zum Selberregulieren
  • Badschränke
    • für Badutensilien, Pflegemittel
  • Dusche
    • bodengleiches Niveau aber farblich abgesetzte Duschwanne/ Bodenfliesen
    • Dusche mit Vorhang - keine Glasabtrennung
    • aus der Sitzposition erreichbare Einhebelarmatur und Handbrause
    • Bei Bedarf können eingebaut werden:
      • Dusch-Klappsitz
      • seitlich hochklappbare Stützgriffe
      • waagrechte Haltegriffe im Duschbereich
      • senkrechte Haltegriffe
  • Waschtisch
    • unterfahrbarer Waschtisch
    • unterfahrbares Handwaschbecken
    • integrierte Haltegriffe in der Waschtischeinfassung
    • Einhebelarmatur mit herausziehbarer Schlauchbrause, Temperaturbegrenzung (max. 38°)
    • Spiegel über dem Waschtisch
    • sitzend und stehend einsehbarer Spiegel, zusätzlich für Rollstuhlbenutzer*innen ankippbar
  • WC
    • WC gegenüber der Tür – liegt im direkten Blickfeld, rasche Erkennbarkeit der Raumfunktion
    • WC-Brille in Kontrast zur Keramik und zum Boden
    • gute Erkennbarkeit der Spültaste durch kontrastierende Gestaltung
    • ohne Veränderung der Sitzposition erreichbares Toilettenpapier
    • WC Bürste und -halter mit geringem Leuchtdichtekontrast zur Wandfarbe
    • Höhe des WC-Beckens inkl. Sitz zwischen 46-48 cm
    • visuell kontrastierende Abhebung aller Ausstattungselemente von der Umgebung
    • Bei Bedarf können eingebaut werden:
    • Hochklappbare Stützgriffe beidseitig vom WC

Individualräume - Einrichtungsbeispiele


Beispiel 1

  • Einrichtung
    • Mobiliar mitgebracht aus früherer Wohnung
    • individuelles Bett, einseitig an der Wand, verhindert Rausfallen, vermittelt Geborgenheit, Sicherheit, Rückzug
    • große Ablageflächen am Bett (Nachttisch)
    • mit Lichtschalter für die Hauptbeleuchtung
    • vom Sessel Blick auf Zimmer- und Badtür und ...
    • Blick in den Garten oder auf die Straße
  • Bad
    • Zugang zum Bad mit schräger Türwand
    • die schräge Badwand weitet optisch das Zimmer auf und vergrößert die Bewegungsfläche
    • Badausstattung Standard, ohne Hilfsmittel



Beispiel 2

  • Einrichtung (rollstuhlgerecht)
    • Mobiliar mitgebracht aus früherer Wohnung
    • Pflegebett, freistehend mit Kopfende an der Wand
    • von beiden Seiten Zugang auch für Pflegekräfte
    • große Ablageflächen am Bett
    • Lichtschalter für die Hauptbeleuchtung (Wechselschalter)
    • ausreichend freie Bewegungsfläche für Rollstuhlfahrer*innen
    • statt Sessel ein Besucherstuhl
    • Blick in den Garten oder auf die Straße
  • Bad (barrierrefrei, rohlstuhloptimiert)
    • vergrößertes Bad-Grundfläche mit Schiebetür
    • unterfahrbarer Waschtisch mit Einfassung und Grifflöchern
    • Dusche (mit Duschsitz)im Sitzen erreichbar
    • Haltegriffe in der Dusche und am WC
    • tiefergesetzter oder angekippter Spiegel
    • niedriger Badschrank für Badutensilien



Außenbereiche


Garten und Terrasse

  • Strukturierung des Außenbereichs in kleinere Einheiten, z.B. durch :
    • Sitzbänke
    • Beete und Hochbeete
    • Bepflanzung
    • Kunstobjekte
    • Pavillons
    • Spaliere

  • Blickbeziehungen zu interessanten Zielen bieten Bewegungsanreize, große leere Flächen können verunsichern

  • Garten
    • Strukturierung des Außenbereichs in kleinere Einheiten, z.B. durch :
      • Sitzbänke
      • Beete und Hochbeete
      • Bepflanzung
      • Kunstobjekte
      • Pavillons
      • Spaliere

    • Blickbeziehungen zu interessanten Zielen bieten Bewegungsanreize, große leere Flächen können verunsichern
    • Übersichtliche Wegführung, die die Mieter*innen vom Ausgangspunkt zum Ziel bzw. wieder zurück leitet
    • Hochbeete, kleine Nutz- und Duftgärten für sinnliche Erfahrung oder Erinnerung, aber auch als sinnvolle Beschäftigung
    • Einsatz von duftenden, ungiftigen, essbaren Pflanzen
    • Eine Bepflanzung weckt das ganze Jahr über Interesse, aktiviert Erinnerung, regt zu Wahrnehmung, Betrachtung bis hin zur Beschäftigung und Pflege an
    • überdachte und windgeschützte Bereiche zum Schutz vor Sonneneinstrahlung und Witterung
    • ausreichend Sitzgelegenheiten und Gartenmöbel entlang der Wege und auf den Freiflächen
    • Mieter*innen sollen sich in einer sicheren Umgebung bewegen können
  • Wege
    • gut erkennbar und klar getrennt von Rasen und Beete
    • Wegabzweigungen mit abgerundeten Ecken
    • Untergrund rollstuhl- und rollatorgerecht: frostsichere Platten mit geringem Fugenmaß (z.B. Beton)
    • kein Kies, Sand oder Erde
    • keine Stolperfallen und Hindernissen wie z.B. in den Weg ragende Bauteile, herabhängende Zweige, Büsche, Wurzeln, Moos und Unkraut usw.
    • Ausbildung von Rasenkanten durch Holzpflöcke, abgerundete Betonsteine, o.ä.
    • scharfkantige Rasen- und Beeteinfassungen z.B. aus Granit vermeiden
    • Sitzgruppen zum Verweilen entlang der Wege
    • Minimierung von Unfallgefahren im Garten

  • Terrasse
    • Zugang zum Außenbereich ist immer und bei jedem Wetter möglich, entsprechend Schmutzfangmatten bzw. Sauberlaufbereiche vorhalten
    • Blickbeziehungen zwischen Außen- und Innenbereich ermöglichen
    • Belag: frostsicher, rutschsicher, eben - keine Spalten (Holz), keine Stolperfallen oder handgesetzte, bucklige Steine
    • Möblierung: großer Tisch mit abgerundeten Kanten, Hochlehnerstuhl mit Polsterauflagen, Sonnenschirm - keine modernen, niedrigen Loungemöbel, Sonnenliegen u.ä.


Kiek mol in


In animierten Szenen stellen virtuelle Figuren exemplarisch typische Situationen in einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft dar. Mit dem Zusammenspiel von Mieter*innen, Angehörigen, Mitarbeiter*innen des Dienstleisters und dem Vermieter soll ein erster Eindruck davon vermittelt werden, wie die geteilte Verantwortung in einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft aussehen kann.

Der animierte Rundgang durch die Gesamtanlage, die Gemeinschafts- und Individualräume vermittelt zudem einen visuellen Eindruck vom Leben und Alltag in einer Wohn- Pflege-Gemeinschaft und stellt die unterschiedlichen Rollen vor, die hier potentiell leben, arbeiten oder mit der WG verbunden sind.


KIWA
Im Nordkolleg
Raiffeisenstraße 1-3
24768 Rendsburg
Schleswig-Holstein



Ihre Ansprechpartnerin:
Irene Fuhrmann
Diplom Pädagogin
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